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Bremssattel
Neben der Scheibenbremse ist der Bremssattel einer der
wichtigsten Komponenten der Bremsanlage. Bremssattel wurden entwickelt um die
Bremsbeläge gleichmäßig auf die Bremsscheibe zu pressen, die dadurch
resultierende Reibung leitet den Bremsvorgang ein. Bremssattel werden zum
großen Teil aus Gusseisen gefertigt, da diese Produktion der Bremssättel am
kostengünstigsten ist. Für Sportwagen oder Leistungsstarken Oberklassen
Limousinen werden die Bremssättel gefräst und besitzen im Gegensatz zu einem
Serien Bremssattel mehrere Kolben ausgerüstet. Ein Serien Bremssattel besitzt
in der Regel nur zwei Kolben die beidseitig die Bremsbeläge auf die
Bremsschiebe hydraulisch pressen. Bei Sportwagen werden meistens 4, 6 und 8
Kolben Bremssättel verwendet, da dort die Bremsschiebe viel größer ausfallen
als bei kleinen Serien Autos.
Unabhängig von der Anzahl der Kolben werden Bremssättel
immer nach drei Methoden produziert, Festsattel, Schwimmsattel und
Pendelsattel.
Der Festsattel ist der gängigste Bremssattel auf dem Markt:
Der Festsattel ist der am meisten verbautest Bremssattel.
Dieser Bremssattel besitzt meist zwei gegenüber liegende Kolben, Diese
Bremskolben drücken die Bremsbeläge gegen die Bremsscheiben und leiten somit
das Bremsmanöver ein. Diese Art des Bremssattel kann auch mir mehreren
Bremskolben ausgerüstet werden (z.B. 4 Kolben Bremsanlage).
Der Schwimmsattel, umgangssprachlich auch Faustsattel
genannt:
Diese Art der Bremssättel wird meist bei Fahrzeugen verbaut
welche aus Platzgründen nicht auf andere Bremssattel Arten zurückgreifen
können. Dieser Bremssattel wird von nur einem Kolben bewegt, dieser Bremskolben
drückt den gesamten Bremssattel gegen die Bremsbeläge. Durch die schwimmende
axiale Lagerung dieser Bremssättel reicht ein Druckkolbenaus, der gleichmäßig
die Bremsbeläge gegen die Bremsscheibe drückt.
Der Pendelsattel, dieser Bremssattel wird auch Kippsattel
genannt:
Diese Art des Bremssattels wird in der Regel nicht mehr
verbaut, da dieser Bremssattel keine gleichmäßige Abnutzung der Bremsbeläge
garantieren kann. Durch diese ungleichmäßige Abnutzung der Bremsbeläge und die
dadurch resultierende ungleichmäßige Bremswirkung dieser Bremssättel machte
eine heutige Verwendung unmöglich. Dieser Bremssattel wird an einer Stabachse
direkt an der Drehachse der Bremsscheibe montiert. Der gesamte Bremssattel ist
vollständig drehend gelagert. Bei längere Beanspruchung der Bremsbeläge und die
dadurch resultierende Abnutzung, wirkt der Bremssattel so entgegen, in dem er
mit einer Dreh und Kippbewegung die Spaltmaße zwischen Bremsbelag und
Bremsscheibe nachjustiert. Diese Anpassung funktionierte Bauartbedingt nur
selten, und die Bremsbeläge verschlissen ungleichmäßig.
Die Bremskolben aller Bremssättel werden hydraulisch aus dem
Bremssattel gegen den Bremsbelag gepresst. Zwischen Bremskolben und Bremssattel
befindet sich in der Regel eine Flachdichtung die das Herausquellen der
Bremsflüssigkeit verhindert. Diese Bremskolben im Bremssattel laufen in der
Regel verschleißfrei, solange kein Wasser in der Bremsflüssigkeit ist, sobald
Wasser an die Bremskolben gelangt korrodieren diese umgehend. Diese Korrosion
verhindert dann das exakte ausfahren des Bremskolbens. Die Reparatur eines
Bremssattel ist nur bedingt möglich, da alle Komponenten auf maß gefertigt sind
und nur bedingt getauscht werden können.
Tausch der Bremssättel, Bremssattel kaufen:
Anders als Bremsscheiben und Bremsbeläge die immer im Set
(bestehend aus jeweils zwei Bremsscheiben oder Bremssättel) gewechselt werden
müssen, kann ein Bremssattel auch einzeln gewechselt werden (einwandfreie
Funktion des zweiten vorausgesetzt). Beim Kauf eines Bremssattels ist auf die
Qualität zu achten, da ein Leck im Bremskreislauf einen vollständigen
Bremskraftverlust an der Achse zufolge hat. Daher ist zu empfehlen das Reparaturen
am Bremssattel und am Bremssystem ausschließlich von Fachwerkstätten
durchzuführt werden.